In diesem Beitrag zeige ich Dir, wie man mit Kindern das bekannte Kinderlied „Frère Jacques“ aus Frankreich – bei uns bekannt als „Bruder Jakob“ erarbeiten kann. Ursprünglich stammt das Lied aus dem 17. Jhdt. und ist als 4-stimmiger Kanon gedacht. D.h., vier Leute singen die gleiche Melodie und den gleichen Text, setzen aber nacheinander an bestimmten Stellen ein. Das Lied wurde in viele Sprachen übersetzt und auch z.B. von Gustav Mahler im 3 Satz der 1. Sinfonie zitiert. Er hat das Lied allerdings in Moll verwendet, sodass es traurig klingt. Diese Version kannte man aus Österreich. Wir machen es allerdings mit den Kindern nicht als Kanon, sondern ich nehme es als Übung, um den Kindern das Grundmetrum zu vermitteln.

Hier zunächst noch einmal der Text:
„Bruder Jakob, Bruder Jakob,
schläfst Du noch? Schläfst Du noch?
Hörst Du nicht die Glocken? Hörst Du nicht die Glocken?
Ding – Dang – Dong. Ding – Dang – Dong.“

Der Text gibt dir in diesem Fall schon Anhaltspunkte, welche Aktivität du nutzen kannst, um den Kindern das Lied spielerisch bei zu bringen.

Ich habe drei Varianten genutzt, die vom Schwierigkeitsgrad etwas ansteigen.

Variante 1: 

Falls die Kinder das Lied noch nicht kennen, kannst Du zunächst Text und Melodie mit ihnen üben. Du kannst die Übung spannender und abwechslungsreicher gestalten, indem Du die passenden Instrumente auspackst – hier eignen sich natürlich sehr gut Schellenglöckchen zu den „Glocken“ im Text. So lernen die Kinder Text und Melodie spielerisch leicht.

Im Refrain bei „hörst Du nicht die Glocken“ lass sie einfach mit den Glöckchen schütteln.

Variante 2: 

„Was macht eigentlich der Bruder Jakob in dem Lied?“
Die Eltern liegen auf dem Boden und schlafen.  Die Kinder „wecken“ die Eltern bei der entsprechenden Textstelle „hörst Du nicht die Glocken“ mit den Glöckchen auf.

Nun umgekehrt: Die Kinder liegen schlafend auf dem Boden und nun dürfen die Eltern den „Wecker“ spielen.

Variante 3: 

Bevor Du weitere Instrumente einsetzt, lass die Kinder zuerst das Grundmetrum erfahren.
Hier kannst Du zum Lied tippen, klatschen, patschen, stampfen oder ähnliches.

Danach kannst Du z.B. – wie im Video – Klangbausteine oder Glockenspiele auspacken und die Kinder darauf entweder abwechselnd den unteren  und oberen Klangbaustein spielen lassen (was sich je nach Alter der Kinder als schwierig erweist) oder du lässt sie die Klangbausteine einfach zusammen anspielen. Die Klangbausteine sollten im Quintabstand (z.B. C und G oder D und A) bereitgestellt werden. Beim Glockenspiel kannst du alle Klangplatten, die dazwischen und oberhalb des G bzw. A liegen, raus nehmen, so dass nur C und G bzw. D und A drin sind.

Dazu muss nur noch das Lied gesungen werden.

 

Wie Du im Video siehst, korrigiere ich die Schläge, die die Kinder auf den Klangplatten spielen, noch nicht. Sie müssen noch nicht 100% richtig im Metrum mitspielen, sondern es geht darum, die Instrumente kennenzulernen und zu lernen, den Rhythmus zu fühlen und die Zählzeiten zu spüren.

Damit die Kinder den Grundschlag während des Spielens besser merken, lasse ich die Eltern kräftig das Metrum mitpatschen. So haben die Kinder am Instrument eine gute Orientierung, wann der Schlag auf die Klangplatte kommen muss – auch, wenn er am Anfang gelegentlich noch daneben liegt 😉

In erster Linie soll Musik Spaß machen – deshalb führst du die Kinder am besten spielerisch und ohne Zwang in die Welt der Musik ein. An solchen Dingen arbeitet man natürlich später wenn die Kinder einen besser kennen und sie schon ohne ihre Eltern in die Musikstunde kommen.

Die Gruppe im Video besteht erst seit Mitte September 2016 und die Kinder sind teilweise noch keine 3 Jahre alt, konnten aber schon – Dank Unterstützung der sehr aktiven Eltern – bei einem großen Auftritt beim Krippenspiel unseres Musikvereines mit machen.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz ganz herzlich bei den Eltern meiner mfe-Kinder bedanken, dass ich Aufnahmen machen darf und diese anderen Eltern und allen Musikbegeisterten als Input und Anregung zum Nachahmen zur Verfügung stellen darf. Ich finde es einfach klasse, wie Ihr Eure Kinder in Sachen Musikerziehung motiviert, fördert und zum Mitmachen anregt.

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