Die Ausbildung als Lehrperson für die musikalische Früherziehung kann in zwei unterschiedliche Zweige aufgeteilt werden:

a) Studium der Musikpädagogik zur Ausübung des Berufs Musikpädagoge mit ordentlicher Lehrbefähigung

b) Weiterbildungen im Bereich der musikalischen Früherziehung auf Fortbildungsveranstaltungen 

 

a) Studium der Musikpädagogik

Um in Deutschland einer Beschäftigung als Musiklehrer in Musikschulen oder anderen nicht staatlichen Bildungseinrichtungen nachzugehen, ist die mittlere Reife erforderlich. Ein sich anschließendes Studium der Musikpädagogik wird meist mit Bachelor oder Master oder Diplom abgeschlossen. Für staatliche Einrichtungen ist das Abitur, sowie ein Lehramtsstudium erforderlich, das mit Staatsexamen, Bachelor oder Master abgeschlossen wird.

Das Fach Elementare Musikpädagogik, das in vielen Kombinationen mit Instrumental- oder Gesangsfächern als Haupt- oder Nebenfach studiert werden kann, zielt auf die musikalische Arbeit mit Menschen aller Altersklassen ab .

Da ich keine mfe studiert habe, kann ich dir als Erleichterung deiner Nachforschung nur aufzeigen, an welche Stelle du dich wenden kannst wenn du in Erwägung ziehst, diesen spannenden Weg zu wählen.

Musikhochschulen in Deutschland

Informationen über elementare Musikpädagogik

 

Da meine Erfahrungen in musikalischer Früherziehung auf vielen Fortbildungsveranstaltungen basieren, möchte ich verstärkt auf diese Art der Ausbildung eingehen:

b) nebenberufliche Ausbildung für musikalische Früherziehung

An dieser Stelle möchte ich dir meine persönliche Einschätzung aus der Praxis mitteilen. Ich nenne hier die Eigenschaften, die ich für notwendig halte, wenn jemand in einem informellen Rahmen musikalische Früherziehung als Freizeitbeschäftigung mit einigen Kindern durchführen möchte.

Um Kindern elementare Erfahrungen mit Musik zu vermitteln, solltest du meiner Meinung nach folgende Eigenschaften haben:

Musikalisches Geschick:

  • Du musst kein Musikhochschulstudium absolviert haben, solltest aber gefestigte Grundkenntnisse in Theorie und Praxis haben.
  • Um einfache Kinderlieder vorspielen zu können, wäre es natürlich auf jeden Fall gut, ein Instrument spielen zu können. Du musst dein Instrument nicht virtuos spielen können, aber du solltest durchaus in der Lage sein, einfache Kinderlieder auf Glockenspiel oder Blockflöte vorm Unterricht zu erarbeiten, so dass du sie im Unterricht vorspielen und den Inhalt dem Musikernachwuchs vermitteln kannst.
  • Es ist unabdingbar wichtig, dass du Rhythmusgefühl bereits entwickelt hast.
  • Du solltest Gehörbildung trainiert haben, um Tonhöhen und Intervalle zu hören und richtig vorsingen zu können.
  • Singen ist ganz wichtig bei der Arbeit mit den kleinen Menschen. Dieses Fach darf auf gar keinen Fall zu kurz kommen.
  • Hier ein kurzes Wort der Warnung: Im Laufe der Jahre habe ich eine ganze Reihe von Menschen kennengelernt, die sich im Hinblick auf ihre eigenen musikalischen Fähigkeiten leider stark überschätzt haben. Oft sind es die besonders unbegabten und nicht ausgebildeten Menschen, die glauben, gut singen zu können oder tolles Rhythmusgefühl zu haben. Hier hilft nur die Einschätzung eines ausgebildeten Musiklehrers. Mein Tipp: Gehe zu jemandem, der durch absolviertes Studium eine Lehrbefähigung erworben hat und musiziere ihm etwas vor oder frage ihn nach seiner Einschätzung zu z.B. deinem Gesang und Rhythmusgefühl. Man kann sich selbst bei fehlendem Rhythmusgefühl leider nicht bezüglich des Rhythmusgefühls einschätzen, was bei genauerem Nachdenken einleuchtend sein dürfte.

 

Psychologische Herangehensweise:

  • Du musst vor allem ein wenig mutig sein und darfst dich vor nichts schämen. Erwachsene, die kein künstlerisches Studium absolviert haben, zieren sich meistens etwas, auf dem Boden herum zu rutschen oder eine Katzenbewegung samt Geräuschen authentisch nachzuahmen, denn die tänzerischen oder spielerischen Aktivitäten während des Unterrichts werden von den Kindern durch Nachahmung erlernt und verstanden, wobei die Kinder dieses Verhalten gar nicht als befremdlich empfinden.
  • Kinder ahmen nach. Deshalb: Nutze diesen Effekt, denn Kinder lernen über das Bewegungsspiel und verstehen Musik darüber sehr viel besser. Besonders diese noch sehr jungen Menschen lernen einfach so nebenbei – ohne zu merken, dass sie gerade etwas dazugelernt haben. Es muss den Kindern Spaß machen, denn dann kommen sie zur nächsten Musikstunde gerne wieder.
  • Vor allem musst du innerhalb der Gruppe darauf achten, dass die schüchternen Kinder gegenüber den lebhafteren auch gleich eingebunden werden und dass die schüchternen nicht zu kurz kommen. Hier solltest du auf gute Balance achten.

 

Durchsetzungsvermögen:

  • Du solltest eine gute Portion Nerven mitbringen, weil es vorhersehbar ist, dass der Geräuschpegel etwas lauter wird oder die Kinder manchmal durcheinander trommeln. Dies ist aber notwendig, denn die Kinder sollen ja die Instrumente ausprobieren.
  • Du solltest dich gut durchsetzen können, weil du in Gruppen von 10-12 Kindern noch den Überblick sowie die Oberhand behalten solltest.
  • Stelle klare Regeln auf. Struktur hilft den Kindern, sich an Vereinbarungen zu halten.

 

Organisationstalent und Zwischenmenschlichkeit:

  • Du solltest gut organisieren können. Das betrifft nicht nur den reinen Unterricht, sondern du arbeitest mit den Eltern der Kinder zusammen und fungierst als Bindeglied und Informationsquelle für Veranstaltungen, Proben, was mitgebracht oder gebastelt werden muss, usw. Daher hat es sich bewährt, die Eltern durch Zettel oder elektronische Medien, sowie Tür- und Angelgespräche zu unterrichten und auf dem Laufenden zu halten. Eltern sind sehr gerne bereit, auf Festen oder Auftritten zu helfen aufzubauen, Kuchen zu backen usw., was wiederum den Zusammenhalt, zwischenmenschliche Beziehungen und evtl. die Vereinsgemeinschaft fördert.

 

Das Ziel der Ausbildung der musikalischen Früherziehung ist es, den Kindern ein grundlegendes Verständnis, d.h. eine Basis der Notenlehre sowie des Musikerlebens schmackhaft zu machen, damit sie nach der musikalischen Früherziehung ein Instrument erlernen möchten. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass das Kind Unterricht bei einem ausgebildeten Musikerzieher bekommt.

Es gibt Informationsveranstaltungen für elementare Musikpädagogik und auch sehr gute Lehrprogramme wie „Musik und Tanz für Kinder“ oder „Musik Fantasie“. Dort kann man sich bei Musikvereinigungen in deiner Nähe für Kurse, die sich an Ausbilder für musikalische Früherziehung richten, anmelden. Du bekommst dort ganz viele wertvolle Tipps und neue Ideen geliefert, die aus der Praxis stammen, die sich sofort in der nächsten Unterrichtsstunde anwenden lassen. Außerdem lernt man in diesen Kursen natürlich das Lehrkonzept kennen.

Links (musikalische Früherziehung Ausbildung)

Hier findest du Kontaktadressen aus ganz Deutschland zu Ansprechpartnern aus dem Bund Deutscher Blasmusikverbände:                Bund Deutscher Blasmusikverbände e.V.

Frage dort einfach nach, ob Kurse zur musikalischen Früherziehung angeboten werden.

Hier hast noch einmal als Erleichterung die Liste der Kontaktlinks der einzelnen Bundesländer zusammengefasst

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Brandenburg

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen

Schleswig-Holstein

Thüringen

 

Ich freue mich über jede Rückmeldung von dir und bin froh, wenn ich dir mit diesen Informationen weitergeholfen habe.

Schick mir einfach eine Mail an heidi@musikalischefrueherziehung-online.de wenn du weitere Fragen zu bestimmten Themen oder Aspekten des Unterrichts oder der Ausbildung hast.

Was bereitet dir die größten Schwierigkeiten?

Wobei bist du dir unsicher?

 

Unterschrift Heidi

 

 

Startanleitung herunterladen

Hier bekommst Du meine Startanleitung "Was lernt mein Kind durch musikalische Früherziehung?" als PDF Datei. Wenn Du mir Deine E-Mail Adresse anvertraust, werde ich Dir wöchentlich oder in größeren Abständen hilfreiche Tipps zur musikalischen Früherziehung zusenden, die Du zuhause mit Deinem Kind umsetzen kannst. Du kannst Dich jederzeit dazu entscheiden, keine E-Mails mehr von mir zu erhalten, wenn Du z.B. das Gefühl hast, dass Dir meine Inhalte keinen Mehrwert bieten.

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